Elektromobile: So können Sie einen Zuschuss von der Krankenkasse beantragen

Aktualisiert: Okt 3

Sie möchten sich ein Elektromobil für Senioren anschaffen, um kleine Einkaufsfahrten in die Stadt künftig ohne fremde Hilfe unternehmen zu können? Die gute Nachricht: Solche Elektromobile werden von den Krankenkassen als Hilfsmittel anerkannt. Das bedeutet für Sie, dass Sie einen entsprechenden Zuschuss erhalten. Wie aber gehen Sie für die Beantragung genau vor?


Elektromobile bei der Krankenkasse beantragen
Elektromobile bei der Krankenkasse beantragen

Längst haben auch die Krankenkassen erkannt, dass Elektromobile kein unnötiger Luxus, sondern ein nützliches Hilfsmittel für Senioren sind. Es ermöglicht ihnen, weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen und gibt so ein Stück verlorengegangene Lebensqualität zurück. Nicht umsonst sind Elektromobile für Senioren mit körperlichen Bewegungseinschränkungen die erste Wahl.


So beantragen Sie einen Zuschuss: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Möchten Sie von einem Krankenkassenzuschuss profitieren, wenden Sie sich am besten an einen Fachhändler in Ihrer Nähe. In der Regel ist das ein Sanitätshaus, welches Elektromobile vertreibt. Besuchen Sie am besten mehrere Häuser und holen Sie sich mehrere Angebote ein. Natürlich sollten Sie sich vorher schon Gedanken darüber gemacht haben, welches Elektromobil für Sie in Frage kommt. Möchten Sie nur kurze Strecken zurücklegen, genügt ein Seniorenmobil mit einer Reichweite von bis zu 15 Kilometern. Gut zu wissen: Krankenkassen übernehmen die Kosten nur für Seniorenmobile, die maximal 6 km/h schnell fahren. Wünschen Sie ein schnelleres Modell, müssen Sie die Mehrkosten aus eigener Tasche bezahlen.


Nachdem Sie mit der ärztlichen Bescheinigung eines oder mehrere Sanitätshäuser besucht und das Mobil ausprobiert haben, haben Sie sich sicher für eines der vorgestellten Modelle entschieden. Wichtig: Die Krankenkassen gewähren einen Zuschuss nur dann, wenn das Elektromobil über eine Hilfsmittelnummer verfügt. Lassen Sie sich das also vom Sanitätshaus bestätigen. Diese Hilfsmittelnummer teilen Sie nun Ihrem Arzt mit, der Ihnen eine entsprechende Verordnung ausstellt. Mit dieser Verordnung gehen Sie wiederum in das Sanitätsfachgeschäft. Dieses leitet die Verordnung gemeinsam mit einem Kostenvoranschlag an Ihre Krankenkasse weiter. Nun müssen Sie nur noch abwarten, ob die Krankenkasse Ihren Antrag bewilligt und sich ganz oder nur teilweise an den Kosten beteiligt. Wird Ihrem Antrag nicht stattgegeben, wird sich der Medizinische Dienst der Krankenkassen einschalten und die Notwendigkeit eines Elektromobils für Sie untersuchen. Wurde Ihrem Antrag stattgegeben, erhalten Sie ein Seniorenmobil vom Sanitätshaus als Leihgabe. Ob es sich dabei um ein neues oder ein gebrauchtes Modell handelt, können Sie leider nicht beeinflussen.


Welche weiteren Dokumente werden benötigt?

Damit Sie einen Zuschuss von Ihrer Krankenkasse für das Seniorenmobil erhalten, muss eine medizinische Notwendigkeit vorliegen. Diese müssen Sie sich von Ihrem Hausarzt bestätigen lassen; ein ärztliches Attest ist für die Beantragung also zwingend notwendig.


Darüber hinaus müssen noch einige weitere Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Das Elektromobil wird nur dann anerkannt, wenn ein Rollstuhl nicht bedient werden kann beziehungsweise ein Rolllator nicht ausreichend ist. Weiterhin muss der Patient sowohl geistig als auch körperlich dazu in der Lage sein, das Elektromobil zu bedienen. Auch muss er nachweisen können, dass eine Unterstellmöglichkeit vorhanden ist.


Ob die Kosten für ein Elektromobil übernommen werden, ist übrigens von Krankenkasse zu Krankenkasse ganz unterschiedlich. Während sich bei der einen Kasse die Kostenübernahme als völlig unproblematisch erweist, lehnt eine andere Kasse diese vielleicht komplett ab. Nicht nur ältere Menschen benötigen ein Elektromobil. Wurde die eingeschränkte Gehfähigkeit durch einen Unfall oder eine Berufskrankheit ausgelöst, müssen Sie sich nicht an die Krankenkasse, sondern an Ihre Unfallversicherung wenden. Über den normalen Bewilligungsweg erhalten Sie von der Krankenkasse nur die Mietkosten für ein Leihgerät des Sanitätshauses erstattet. Sie haben aber auch die Möglichkeit, ein Seniorenmobil käuflich zu erwerben. Einfache Modelle bis 6 km/h erhalten Sie ab etwa 1.300 Euro. Wird das Elektromobil auch in diesem Fall von der Krankenkasse bezuschusst, müssen Sie selbst nur einen Eigenanteil in Höhe von zehn Euro zahlen. Am besten informieren Sie sich vorher umfassend bei Ihrer zuständigen Kasse, wie die Bezuschussung geregelt ist. Generelle Aussagen können dazu nicht getroffen werden, da jede Krankenkasse ihre eigenen Regelungen hat.


FAQs

Wann wird ein Elektromobil von der Krankenkasse bezuschusst?

Sollten andere Hilfsmittel für Sie nicht in Frage kommen und hat ein Arzt die Notwendigkeit eines Seniorenmobils bestätigt, werden die Kosten in der Regel von den Krankenkassen übernommen.


Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Die Krankenkasse benötigt neben der ärztlichen Verordnung den Kostenvoranschlag des Sanitätshauses.


Kann man sich das Elektromobil selbst aussuchen?

Natürlich können Sie diverse Modelle miteinander vergleichen. Bedenken Sie aber, dass die Krankenkassen nur die Kosten für Mobile bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von 6 km/h übernehmen. Sie erhalten entweder ein neues oder ein gebrauchtes Standardmodell ohne nennenswerte Zusatzfunktionen.


Wie hoch ist die Zuzahlung für ein Elektromobil?

Wurde einer Zuzahlung durch die Krankenkasse stattgegeben, erhalten Sie vom Sanitätshaus ein Leihgerät. Den Krankenkassenzuschuss erhalten Sie in Form einer Mietpauschale. Deren Höhe unterscheidet sich je nach Krankenkasse und kann zwischen 1.000 und 2.500 Euro betragen.